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"Kermisdahl - Wetering"

RP, "Lokale Kultur", vom 11. Juli 2007

VON KLEVE ZUM MORITZGRAB

Der alte Weg des Prinzen

Der Arbeitskreis „Kermisdahl-Wetering" arbeitet vehement daran, die alten Parkanlagen entlang des Kermisdahls wieder erlebbar zu machen. In wenigen Wochen wird der alte neue Prinz-Moritz-Weg endlich wieder Kleve und das Grabmal des Prinzen verbinden und bis Moyland weiterführen.

VON MATTHIAS GRASS

INFO Unterstützung

Ludger Baumann und Werner van Ackeren beraten die Mitglieder des Arbeitskreises Kermisdahl-Wetering als Gartenarchitekt und Architekt, eine große Unterstützung bekommt der Arbeitskreis, so Gerlinde Semrau-Lensing, beim Grünamt der Stadt, Hübbers, und beim Tiefbauamt: „Vor allem auch in Baudirektor Willibrord Janßen haben wir einen ausgesprochen guten Partner". Spenden sind immer willkommen: Sparkasse Kleve 5538020, BLZ 324.500.00 .

Geländer: Die im Forstgarten und die im wieder hergestellten Kermisdahl-Bereich sollen gleich sein und die beiden Parks klammern. FOTO: Lensing

Lange „verschüttet", jetzt endlich neu erstanden: Der Weg entlang des Kermisdahl bis durch zum Prinz-Moritz-Grab in Bedburg-Hau ist in wenigen Wochen wieder begehbar und entführt in eine wunderbare, alte Kultur-Landschaft.

KREIS KLEVE Es geht vehement weiter entlang von Kermisdahl und Wetering: große Radlader ziehen dunkelgraue Wege zwischen Pappeln, Betonbauer biegen Bewehrungsstäbe wo Anfang August schon eine neue Brücke gebaut werden soll. Endlich schließt sich ein seit vielen Jahren verborgener Bogen: der Weg von der Klever Schwanenburg hin zum Grabmal von Prinz Johann-Moritz von Nassau-Siegen steht vor seiner Vollendung. Und noch mehr: Bald wird ein Rundgang möglich, der die wunderbare Landschaft zu Füßen der Klever Burg ganz neu erschließt und die alten Parks wieder aufleben lässt. „Wir haben auch schon im Hinterkopf die Idee, an relevanten, wichtigen Punkten wie früher Skulpturen aufzustellen", sagt Gerlinde Semrau-Lensing vom Arbeitskreis „Kermisdahl-Wetering".

Prinz Moritz von Nassau-Siegens Klever Parks sind berühmt. Der eine ist Gartendenkmal europäischer Gartenkunst und wurde durch die Gartenarchitekten Rose und Gustav Wörner feinfühlig und in langen Jahren rekonstruiert: Amphitheater und der Tiergarten mit seinen (leider immer wieder zuwachsenden) Sichtschneisen kündigen von der Höhe der Gartenkunst in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Doch der Fürst legte nicht nur diese Parks in Richtung Niederlande an - er überzog die ganze Stadt mit Alleensystemen, die noch heute Kleve so lebenswerte prägen. Zudem schuf er einen großen Park entlang der Endmoräne, der heute eigentlich nur noch aus alten Stichen überliefert ist und dessen letzte Reste an den Ufern des Kermisdahls in jüngerer Zeit Zusehens verfielen. Bis Gerlinde Lensing und Mitstreiter die Initiative ergriffen. Nicht nur, dass sie den Weg bis zur "Echo-Brücke" wieder gangbar machten, dass die Luisenbrücke aufgestellt wurde und sie so den Brückenschlag zur Birnbaum-Allee in den Galleinen schafften.

Dann folgte der Plan, den Weg durch zu ziehen. Natürlich erreichten die Mitstreiter des Arbeitskreises ihr Ziel: Es gab Gelder von der Kisters-Stiftung, von der Euregio, von der Stadt Kleve und der Gemeinde Bedburg-Hau - für ein lohnendes, nicht nur historisch sondern auch touristisch wertvolles Projekt. Unterstützung gab es wieder von einem Mäzen, der die neue Brücke finanziert. Die schließt einen Kreis, um nicht wieder entlang des Kermisdahls zurücklaufen zu müssen. Manfred Hübbers bereitet zur Zeit mit seinem Mitarbeiter Yasar Erel die Betonarbeiten vor, damit diese Brücke über das alte Wehr geführt werden kann. Die Stelle soll im Gegensatz zum Freudenberg künftig Freudental heißen, sagen Gerlinde Lensing und Alwine Strohmenger-Pickmann, Vorsitzende des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte / Freunde der Schwanenburg. „Wir freuen uns, dass wir das Grabmal aus seiner Isolierung heraus geholt haben", sagt Strohmenger-Pickmann.

Wichtig ist den Mitstreitern des Arbeitskreises auch, dass der jetzt erstehende „Park" und die alten Anlagen zusammengehören. Gleiche Geländer wie im Forstgarten sollen das unterstreichen - Werner van Ackeren hat sie schon gezeichnet. Jetzt braucht man wieder Spender ...

Noch muss balanciert werden, aber schon in wenigen Wochen steht hier am alten Wehr eine neue Brücke. Oben Gerlinde Semrau-Lensing, auf der Bohle Alwine Strohmenger-Pickmann. rp-fotos (2): Gottfried Evers

Kugeln für Kaskade

KLEVE (mgr) Doch nicht nur am Weg wird kräftig gearbeitet: Gerlinde Semrau-Lensing und Alwine Strohmenger-Pickmann vergessen auch nicht den schon sanierten Weg entlang des Kermisdahls: „Wir werden die Kaskaden mit dicken Kugeln versehen - das sieht viel besser aus", sagen sie unisono. Stimmt: Damit wird aus dem Regenwasser-Überlauf eine parkähnliche Kaskade - zumal dieser Ziegelbau aus der Vorkriegszeit schön gemauert ist. Das würde mit relativ kleinen Mitteln eine deutliche Aufwertung der Anlage bringen...

Mit den neuen Wegen wird man bis zum Moritz-Grab laufen oder aber eine kleine, den Kermisdahl und die Galleien erschließende Wanderung durch eine Landschaft mit „zauberhafter Atmosphäre" machen können.

Start und Ziel dieses Rundgangs ist die Luisenbrücke. Von hier geht es entlang des Kermisdahls bis zur „Echobrücke" (Unterführung Klever Ring). Vom dortigen Parkplatz muss der Weg leider knapp hundert Meter entlang der Straße geführt werden und dann zur neuen Brücke am „Flak" zu kommen. Rechter Hand geht's weiter zum Moritzgrab, geradeaus (die Brücke am alten Stauwerk soll in der ersten Augustwoche installiert werden) auf die andere Seite der Wetering, ein kleines Stück entlang der B9 und dann in die Birnenallee zurück zur Luisenbücke. Geht man zum Moritzgrab, ist der Abstecher Papenberg Pflicht!

Der künftige Rundweg: Vom „engen Hals" entlang des Kermisdahls, unter die „Echobrücke" ein Stück des Wegs Uedemer Straße, dann wieder runter (rot), dort über die neue Brücke und zurück entlang der Birnenallee (grün).