Impressionen

"Kermisdahl - Wetering"

 

Zitate

Aus dem Tagebuch des Alexander Sweder van Spaen

(aus dem Französischen übersetzt von Peter Werth, München)

Besuch Friedrich des Großen in Kleve 14. Juli 1763

...Gegen 10 Uhr ging der König aus und betrat meinen Garten zum Spaziergang. S.M. ließ mich rufen, um ihn zu begleiten. Ich habe ihn zum Grabmal des Prinzen Moritz in Berg und Tal führen müssen, etwa eine halbe Meile weit. General-Leutnant v. Wylich und General-Major Borck begleiteten ihn ebenfalls. Der Spaziergang ging langsam vor sich und dauerte lang. Bei unserer Rückkehr kamen uns der Prinz v. Preußen und der Herzog entgegen. Wir waren bei der Schranke am Ende meines Gartens, vis-a-vis vom Hause, hinausgegangen, und beim Rückweg am Wasser entlang am Fuße des Berges, und Seine Majestät mußte Zickzack bei meinen Palisaden hinaufsteigen. Ich stelle mir vor, daß der König recht müde war. Ich war es nicht weniger, denn es war heiß und schon Mittag ... .

Das Unwetter vom 7. August 1763 in Kleve

... das mir die Verwüstungen anzeigte, die dem Berg zugestoßen sind. Das große Gewitter vom 7. war so stark über der Stadt Cleve und der Umgebung gewesen, wie man es seit Menschengedenken nicht so schrecklich gehört hat. Damit verbunden waren ein Orkan und eine Regenflut, die nicht zu glauben ist. Es muß eine Wolke geradezu geborsten sein, denn das reißende Wasser hatte mehrere Häuser in der Stadt umflutet und riß den ganzen Weg mit sich bis zur Pferdetränke, mit allen meinen Palisaden und einem Teil meines Berges, wo es sich ein Loch und einen Abfluß bis an den Fuß des Gemäuers gebahnt hat. Beim hinteren Eingang an der Seite zum Weg zur Tränke sah man wie in einen Abgrund, die Tiefe des Loches war ohne Ende. Der ganze Weg von der Pforte, die Mauer entlang bis zum Garten war hinweggeschwemmt oder zerstört und zugrunde gegangen.

Ohne die Anstrengungen meiner Bediensteten, vom ersten bis zum letzten, hätte mein ganzes Haus weggeschwemmt werden können. Mitten im Gewitter und dem Wolkenbruch haben sie gearbeitet, um die Sturzflut vom Gemäuer fernzuhalten und sie zur Pferdetränke abzuleiten. Sie standen alle bis über die Knie im Wasser, und bauten vor der Pforte einen Damm aus Mist, Stroh und Erde, und auf diese Weise hat man die Gemäuer und einen Teil des Weges zum Garten hin erhalten können.

Luise Prinzessin von Mecklenburg - Strelitz , spätere Königin von Preußen

„Die Reise an den Niederrhein und nach Holland 1791" 

(übersetzt und mit einem Kommentar von Guido de Werd, herausgegeben von Paul Hartig)

Ausschnitt aus dem Tagebuch der damals 16-jährigen Prinzessin

... Als das Diner beendet war, schöpften wir frische Luft unter einer hübschen Linde, und bald danach machten wir uns mit unseren Freunden auf den Weg zu ihrem Landhaus, das sich, wie ich hier schon gesagt habe, <Bellevue> nennt, aber es hat wohl noch nie ein Landhaus einen derartigen Namen erhalten, der wahrer und der Lage gemäßer gewesen wäre.

Die Aussicht ist voller Schönheit. Als wir dort ankamen, war ich überrascht von der Eleganz, mit der die Zimmer der Frau van Spaen möbliert waren; das alles in einem ganz neuen Geschmack und äußerst heiter. Wir blieben nur einige Augenblicke in den Salons, um dort den Tee zu nehmen; danach gingen wir in den Garten, wo wir Aussichten hatten, göttliche, wahrhaft göttliche. Wir erstiegen Berge, und schließlich gelangten wir in ein Wäldchen, das auch jenen Herrschaften gehörte, und da gab es herrliche frische Luft ... .