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„Kopfweiden
sind prägend für das Erscheinungsbild der Region Niederrhein“.
Schon Johann Moritz (1647
–1679), der weitblickende Statthalter des brandenburgischen Kurfürsten,
pflanzte „hunderte von Weiden im Freudental“ – heute auch „
Galleien“ genannt. Wir sprechen von ehemals kurfürstlichem Besitz in
der westlichen Residenz Kleve.
Der
Fürst gestaltete die Residenzlandschaft Alter Park - Galleien vor der
Klever Stadtsilhouette durch die Anlegung von Sichtachsen und Alleen,
nachdem er die Moräste in der Niederung durch Ziehung von Kanälen und Gräben
urbar gemacht hatte.
400
Jahre "Beginn der Zugehörigkeit Kleve – Brandenburg – Königsberg
- 1609 – 2009" sind uns
Verpflichtung.
Die
Wiederherstellung und den Erhalt der historischen Kulturlandschaft hat der
Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering bereits 2003 als eines seiner Hauptziele
formuliert.
Nach
Begehungen und Absprachen mit Eigentümern, Pächtern und den zuständigen
Behörden hat daher der Arbeitskreis einen Förderantrag zur Kopfbaum- und
Heckenpflege im Dezember 2008 gestellt. Nach
positivem Bescheid durch die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Kleve
konnten die Pflegearbeiten im Landschaftsschutzgebiet
Alter Park / Galleien kurzfristig im Februar 2009 umgesetzt werden.
Alle
notwendigen Arbeiten sind von Hand durchgeführt worden, um Flurschäden
im nassen Weiden- und Ackergrund zu vermeiden.
„Die
Kulturform des Kopfbaumes entwickelte sich vor allem dort, wo – wie auf
den Wiesen und Weiden – der Zahn des Viehs sich über alles Grüne
hermachte und die Aufzucht von Bäumen erschwerte. Außerhalb der
Reichweite der äsenden Tiere konnte so in relativ kurzer Zeit
hochwertiges Holz heranwachsen und regelmäßig geerntet werden.“
Heute,
wo die regelmäßige „Ernte“ der Kofpbäume z.B. für die
Korbflechterei / Hausbau u.a. entfällt, ist ein regelmäßiger
Pflegeschnitt etwa alle 5 bis 8 Jahre notwendig, um Form und Statik des
Baumes zu erhalten, damit er unter der starken Last der großen Äste
nicht auseinanderbricht.
Kopfweiden
sind heute aus ökologischer Sicht „besonders
wertvoll“ angesehen. Sie prägen nicht nur das Erscheinungsbild unserer
niederrheinischen Region, sie bieten vor allem zahlreichen bedrohten
Tierarten – wie Fledermäusen und Eulen -Lebensraum, Unterschlupf und
Nistgelegenheit. Die Nähe zum Gewässer
(hier Kermisdahl und Wetering) ist dabei ein ebenso wesentlicher Faktor.
Im
Gebiet jenseits der B 9 der Galleien sind die Kopfweiden
standortgerecht. Obstbäume könnten bei der sichtbaren Staunässe
- siehe Fotos – nicht gedeihen.
Bei
den zu pflegenden Hecken handelt es sich größtenteils um Weißdorn –
auch hier die typischen „weißen Hecken“ unserer Region. Sie bieten
Windschutz, Wildschutz und einen gedeckten Tisch in der Winterzeit für
die Vögel in Feld und Flur. Hecken wurden früher als Einzäunung für
Weidevieh angepflanzt – sogen. Landwehre.
Das
Schnittgut der Hecken war notwendiges Brennholz zum Kochen und Heizen.
Wir möchten gleich zu Beginn des Erinnerungs - Jahres 2009 ein Zeichen
setzen für die Wiederherstellung und den Erhalt dieser landesbedeutsamen
Kulturlandschaft vor Kleve und
danken allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit.
22.2.2009 – RH und GSL
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